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Nordlichter Norddeutschland

Nordlichter in Deutschland: Ein faszinierendes Naturschauspiel

Nordlichter in Deutschland, auch Aurora Borealis genannt, sind ein beeindruckendes Phänomen, das den Himmel in leuchtenden Farben erstrahlen lässt. Sie entstehen, wenn elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwinds auf die Erdatmosphäre treffen und mit den dort vorhandenen Gasen interagieren. Die Farbe der Nordlichter hängt von der Art des Gases und der Höhe der Kollision ab. Meist sind sie grün, aber auch rot, blau oder violett sind möglich.

Wo und wann kann man Nordlichter in Norddeutschland sehen?

Nordlichter sind vor allem in den hohen Breiten zu sehen, wo das Erdmagnetfeld die Sonnenteilchen stärker ablenkt. In Deutschland sind sie eher selten, aber nicht unmöglich. Besonders gute Chancen hat man in Norddeutschland, wo die Lichtverschmutzung geringer ist und der Horizont weiter. Nordfriesland ist eine Region in Schleswig-Holstein, die sich entlang der Nordseeküste erstreckt. Hier gibt es viele Orte, die sich für die Beobachtung von Nordlichtern eignen, wie zum Beispiel die Inseln Sylt, Föhr oder Amrum, aber auch die Küsten auf dem Festland z.B. in Simonsberg am Deich.


Um Nordlichter zu sehen, braucht man allerdings auch etwas Glück. Die Sonnenaktivität ist nicht konstant, sondern unterliegt einem elfjährigen Zyklus. Derzeit befinden wir uns in einem aktiven Abschnitt, der bis 2025 andauern soll. Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit für starke Sonneneruptionen und damit für Nordlichter höher ist. Allerdings kann man sie nicht genau vorhersagen, sondern nur Wahrscheinlichkeiten angeben. Dafür gibt es verschiedene Indikatoren, wie zum Beispiel den Kp-Index, der die Stärke des geomagnetischen Sturms anzeigt. Je höher der Kp-Index ist, desto größer ist die Chance auf Nordlichter. Um die Nordlichter in Norddeutschland sehen zu können, muss der Kp-Index mindestens 6 sein.


Neben der Sonnenaktivität spielen auch andere Faktoren eine Rolle, wie zum Beispiel die Jahreszeit, die Tageszeit, das Wetter und der Mondstand. Die besten Bedingungen für Nordlichter sind von Herbst bis im Frühling gegeben, wenn die Nächte lang und dunkel sind. Die optimale Zeit ist zwischen 21 Uhr und 2 Uhr nachts. Das Wetter sollte klar und wolkenlos sein, damit man einen freien Blick auf den Himmel hat. Der Mond sollte möglichst wenig leuchten, damit er die Nordlichter nicht überstrahlt. Eine abnehmende oder zunehmende Mondsichel ist ideal.

Wie man die Nordlichter fotografiert

Nordlichter zu fotografieren ist eine Herausforderung, aber auch eine große Freude für jeden Hobbyfotografen. Mit ein paar Tipps und Tricks kann man jedoch tolle Bilder von diesem Naturspektakel machen.

Die richtige Ausrüstung

Um Nordlichter zu fotografieren, braucht man folgende Ausrüstung:

  • Eine digitale Spiegelreflexkamera oder Systemkamera: Damit man Einstellungen von Blende, Belichtungszeit und ISO selbst bestimmen kann.
  • Ein Weitwinkelobjektiv: Je mehr Weitwinkel man hat, desto mehr vom Nordlichter-Schauspiel am Himmel kann man aufnehmen.
  • Ein stabiles Stativ: Ein Stativ ist ganz wichtig, da man einige Sekunden lang belichten muss.
  • Eine Stirnlampe: Man fotografiert im Dunkeln. Egal ob man an den Kamera-, Stativeinstellungen oder dem Standpunkt etwas ändern möchte, man wird für das Licht dankbar sein. Aber bitte kontrolliert einstellen, damit man nicht die Bilder der anderen Fotografen in der Umgebung mit dem Licht beeinflusst.
  • Ein Fernauslöser: Damit man die Kamera nicht verwackelt, wenn man den Auslöser drückt. Alternativ kann man auch die App oder den Selbstauslöser der Kamera nutzen.

Die richtigen Einstellungen

Um Nordlichter zu fotografieren, muss man die Kamera im manuellen Modus (M) bedienen. Die automatischen Modi sind für diese Situation nicht geeignet, da sie die Helligkeit falsch einschätzen und die Nordlichter über- oder unterbelichten. Die wichtigsten Einstellungen sind:

  • Der Fokus: Man sollte unbedingt den Autofokus deaktivieren und ihn manuell auf unendlich stellen. Das geht am besten, indem man vorher ein scharfes Objekt in der Ferne anvisiert und dann den Fokus fixiert. Man kann auch versuchen, die Nordlichter selbst zu fokussieren, aber das ist oft schwierig, da sie sich ständig bewegen und unterschiedlich hell sind.
  • Die Blende: Man sollte eine möglichst kleine Blendenzahl einstellen, sodass die Blende weit geöffnet ist. Das lässt mehr Licht auf den Sensor und macht die Nordlichter heller.
  • Die Belichtungszeit: Man sollte eine relativ lange Belichtungszeit wählen, um die Bewegung der Nordlichter einzufangen und nicht zu verwischen. Eine typische Belichtungszeit ist zwischen 5 und 10 Sekunden, je nach Helligkeit der Nordlichter und der gewünschten Schärfe. Man kann auch mit noch längeren Belichtungszeiten experimentieren, um interessante Effekte zu erzielen, aber dann muss man darauf achten, dass die Sterne nicht zu Strichen werden.
  • Der ISO-Wert: Der ISO-Wert richtet sich nach der Blende und der gewünschten Belichtungszeit. Er sollte so niedrig wie möglich sein, um das Bildrauschen zu minimieren, aber so hoch wie nötig, um eine ausreichende Belichtung zu erreichen. Eine typische ISO-Zahl ist zwischen 400 und 1600.

Der Bildaufbau

Um Nordlichter zu fotografieren, sollte man nicht nur auf den Himmel achten, sondern auch auf den Vordergrund. Ein interessantes Motiv im Vordergrund kann dem Bild mehr Tiefe und Kontrast verleihen. Das kann zum Beispiel eine Landschaft, ein Gebäude, ein Baum oder ein Tier sein. Man sollte darauf achten, dass das Motiv scharf ist und nicht vom Himmel ablenkt. Außerdem sollte man versuchen, eine spannende Perspektive zu finden, indem man zum Beispiel etwas tiefer geht oder schräg stellt.
 
Ein weiterer Aspekt des Bildaufbaus ist die Komposition. Man sollte versuchen, das Bild harmonisch zu gestalten, indem man zum Beispiel die Drittelregel anwendet. Das bedeutet, dass man das Bild gedanklich in neun gleich große Teile teilt und die wichtigsten Elemente entlang der Linien oder an den Schnittpunkten platziert. Das schafft einen natürlichen Blickfang und eine Balance im Bild.

Fazit

Nordlichter sind ein faszinierendes Naturschauspiel, das man in Deutschland mit etwas Glück beobachten und fotografieren kann. Mit der richtigen Ausrüstung, den richtigen Einstellungen und dem richtigen Bildaufbau kann man atemberaubende Bilder von diesem Phänomen machen. Nordlichter sind ein Geschenk der Natur, das man nicht so schnell vergisst.

Tipp

Wenn Sie eine große Chance auf Nordlichter haben möchten, reisen Sie z.B. nach Norwegen in den Ort Harstad. Bernd Kossmann, der Fotograf des oberen Bildes, vermietet ein schönes Haus mit einem tollen Ausblick auf den Fjord. Hier können Sie ggf. Wale und Nordlichter sehen und die Lofoten besuchen. Sie werden begeistert sein.

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